DIE RITTERSTEINE IN DER PFALZ
UND IHRE HISTORISCHEN HINTERGRÜNDE

Eine Sammlung in Wort und Bild von

FRITZ GUTHMANN

© Fritz Guthmann 1999

Seite eingerichtet von

Dr. Andreas Guthmann
Fachbereich Mathematik
Universität Kaiserslautern
67663 Kaiserslautern
e-mail: guthmann@mathematik.uni-kl.de




Schanzen Teil I

Oft war die Pfalz und auch der Pfälzerwald Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Heute noch zeugen Reste alter Schanzen von diesen Zeiten. Meist sind sie recht unscheinbar und nur dem geübten Auge erkennbar, manchmal aber sehr spektakulär, wie etwa die Gegend um das Schänzel zeigt. Die meisten Schanzen stammen aus den Zeiten des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) und der Revolutionskriege (1792-1795)



SCHANZE

1704

PWV.

Ritterstein Nr. 2

Lage: Auf den Gipfel des Probstbergs, 2,5 km südöstlich von Bobenthal.

Wanderkarte: Bad Bergzabern.

Legende: K.D., Schanze.

Markierung: Grüner Strich und weiß-blauer Strich am Löffelkreuz, ca. 250 m unterhalb des Gipfels.

Beschreibung: In der Nähe der Weißenburger Linien wurde hier im Spanischen Erbfolgekrieg eine Schanze aus Sandsteinen errichtet, von der noch beachtliche Reste zu sehen sind.

Zielort: Bobenthal.

So findet man ihn: Der grüne Strich überquert die Straße nach Reisdorf - Bad Bergzabern ca. 200 m nach der Abzweigung von der Straße Bobenthal - St. Germanshof. Mit der Markierung nach links (Westen) ca. 600 m zum Ritterstein Löffelkreuz im Sattel zwischen Probstberg und Bobenthaler Knopf. Von hier ohne Markierung den mittleren schneisenartigen Weg direkt steil auf den 297,2 m hohen Gipfel des Probstbergs. Der Ritterstein ist direkt vor uns am Rand der Schanze.

Stein aufgestellt: Zwischen 1912 und 1915, Karl A. von Ritter: "Zwischen Germanshof und Bobenthal auf dem Probstberg".

Rundwanderung: Rittersteine Nr. 3 (Beginn), 305, 17, 19, 5, 2.




SCHANZE

1704

PWV.

Ritterstein Nr. 12

Lage: Ca. 500 m südlich der Ruine Guttenberg am Westhang des Querenberges.

Wanderkarte: Bad Bergzabern.

Legende: keine.

Markierung: Weißer Strich mit schwarzem Punkt und gelber Punkt.

Beschreibung: Die Schanze wurde 1704 im Spanischen Erbfolgekrieges als Teil der Weißenburger Linien errichtet. Der Pfeil weist auf die Schanze, einen Erdwall, am Gipfel des 455 m hohen Querenberges.

Zielort: Böllenborn.

Wanderung: Vom Wanderparkplatz "Drei Eichen" oberhalb von Böllenborn mit den oben genannten Markierungen nach Süden. Der Ritterstein ist links (östlich) am Wegrand, etwa 300 m nach dem Waldplatz "Drei Buchen". Weglänge 2,5 km.

Stein aufgestellt: Zwischen 1912 und 1915, Karl A. von Ritter. Er nennt sie nur Schanze 1704, zwischen Schloßhütte und Germanshof.

Rundwanderung: Rittersteine Nr. 7 (Beginn), 12, 14, 15, 11.




SCHANZE

1704

PWV

Ritterstein Nr. 6

Lage: Auf dem Pitzberg, ca. 2 km nordwestlich von Schweigen-Rechtenbach.

Wanderkarte: Bad Bergzabern.

Legende: Alte Schanze, K.D.

Markierung: Ca. 50 m östlich die Markierungen grüner Strich, weißer Strich mit schwarzem Punkt .

Beschreibung: Die Schanze wurde im Spanischen Erbfolgekrieg errichtet. Es ist eine halbrunde Verteidigungsanlage unter dem Gipfel, die zu den Weißenburger Linien gehörte.

Zielort: Schweigen-Rechtenbach.

Wanderung: Von der Ortsmitte in Schweigen mit der Markierung grüner Strich und weißer Strich mit schwarzen Punkt nach Westen ca. 2 km, dann den Waldweg nach rechts ca. 50 m zur Schanze und Ritterstein unterhalb des Gipfels des Pitzbergs. Ein Hinweisschild "Schanze 1704" weist auf den Weg.




HAUPT

SCHANZE I

PWV.

Ritterstein Nr. 62

Lage: Am Nordwesthang des Steigerkopfes, am Wanderweg zwischen Forsthaus Heldenstein und dem Schänzelturm.

Wanderkarte: Neustadt.

Legende: Schanze 1.

Markierung: Rotes Kreuz und weißer Strich mit schwarzem Punkt.

Beschreibung: Hier errichteten die Preußen 1794 beim Ausbau der Befestigungen auf dem Steigerkopf die Hauptschanze, auch Schanze I bezeichnet. Sie war für drei Geschütze ausgebaut und hatte zwei Gräben. Die Brustwehr um die Schanze war ca. 130 m lang. Bei der Hauptschanze befinden sich jetzt die Denkmäler (General-Pfau-Denkmal, Österreicher-Denkmal und Schwedenstein).

Zielort: Forsthaus Heldenstein.

So findet man ihn: : Vom Parkplatz des Forsthauses Heldenstein mit dem roten Kreuz nach Osten auf den Steigerkopf (Schänzel). Der Ritterstein ist direkt am Wanderweg nach ca. 1 km.

Stein aufgestellt: Zwischen 1912 und 1915, Karl A. von Ritter. Ritter nennt ihn nur Schanze, zur Erinnerung an den Feldzug 1794, zwischen Schänzelturm und Forsthaus Heldenstein.

Rundwanderung: Rittersteine Nr. 66 (Beginn), 62, 68, 64a, 64, 241, 238, 65, 67, 63.




SCHANZE II

PWV.

Ritterstein Nr. 63

Lage: Am Südwesthang des Steigerkopfes zwischen Benderplatz und Forsthaus Heldenstein.

Wanderkarte: Neustadt.

Legende: Schanze 2.

Markierung: Rundwanderweg Nr. 2 vom Parkplatz "Forsthaus Heldenstein".

Koordinaten: 3428 960, 5462 480 (abw.).

Beschreibung: Die Schanze wurde 1793 von den preußischen Truppen in den französischen Revolutionskriegen errichtet.

Zielort: Edenkoben.

So findet man ihn: Vom Parkplatz mit dem Rundwanderweg 2 und dem roten Kreuz bis zur Hauptschanze I. Von hier nach rechts weiter mit der Markierung 2. Weglänge 1,5 km.

Stein aufgestellt: Zwischen 1912 und 1915, Karl A. von Ritter, zur Erinnerung an den Feldzug 1794, zwischen Schänzelturm und Forsthaus Heldenstein.

Rundwanderung: Rittersteine Nr. 66 (Beginn), 62, 68, 64a, 64, 241, 238, 65, 67, 63.




SCHANZE III

PWV.

Ritterstein Nr. 64

Lage: Am Südhang des Steigerkopfes, zwischen Schänzelturm und Benderplatz.

Wanderkarte: Neustadt.

Legende: Schanze 3.

Markierung: Blau-gelber Strich vom Schänzelturm zum Benderplatz ca. 50 m westlich.

Koordinaten: 3429 280, 5462 380.

Beschreibung: Die Schanze wurde 1793 in den französischen Revolutionskriegen von den Preußen errichtet.

Zielort: Edenkoben.

So findet man ihn: Vom Parkplatz am Forsthaus Heldenstein mit dem roten Kreuz zum Schänzelturm. Von hier nach Süden zum Benderplatz mit dem blau-gelben Strich. Etwa 500 m bergab weist der Ritterstein Nr. 64a "Zur Schanze III" mitten am Weg zum Ritterstein.

Stein aufgestellt: Zwischen 1912 und 1915, Karl A. von Ritter, zur Erinnerung an den Feldzug 1794, zwischen Schänzelturm und Forsthaus Heldenstein.

Rundwanderung: Rittersteine Nr. 66 (Beginn), 62, 68, 64a, 64, 241, 238, 65, 67, 63.




SCHANZE

IV

PWV.

Ritterstein Nr. 65

Lage: Am Nordwesthang des Steigerkopfes, südlich der Schänzelstraße, zwischen Lolosruhe und Forsthaus Heldenstein, nordwestlich der Tiefenbrunnen-Quelle und südwestlich des Rittersteins Nr. 67.

Wanderkarte: Neustadt.

Legende: Schanze 4.

Markierung: Keine.

Koordinaten: 3428 840, 5462 950 (abw.).

Beschreibung: Die Schanze wurde von den Preußen 1793 in den französischen Revolutionskriegen angelegt.

Zielort: Edenkoben.

So findet man ihn: . Der Ritterstein ist etwas schwer zu finden. Er ist westlich oberhalb des Rittersteins Nr. 67, rechts neben dem Bachlauf der Triefenbrunnenquelle. Wenn man das Gelände von der Straße beobachtet, sieht man rechts vom Ritterstein Nr. 67, oberhalb eines alten Geraidengrenzsteins von 1820, etwa 30 m oberhalb der Straße, einen Fußweg am Hang, der zu einer kleinen, ebenen Fläche mit dem Ritterstein führt.

Stein aufgestellt: Zwischen 1912 und 1915, Karl A. von Ritter, zur Erinnerung an den Feldzug 1794, zwischen Schänzelturm und Forsthaus Heldenstein.

Rundwanderung: Rittersteine Nr. 66 (Beginn), 62, 68, 64a, 64, 241, 238, 65, 67, 63.




VERHAU

VOR

SCHANZE I

PWV.

Ritterstein Nr. 66

Lage: Unterhalb der Hauptschanze I. (Rittersteins Nr. 62) am Westhang des Steigerkopfes, oberhalb des Parkplatzes "Forsthaus Heldenstein".

Wanderkarte: Neustadt.

Legende: Keine.

Markierung: Rotes Kreuz, weißer Strich mit schwarzem Punkt und grün-weißer Strich.

Koordinaten: 3428 500, 5462 800 (abw.)

Beschreibung: Das Verhau diente dem Schutz der oberhalb liegenden Hauptschanze. Es bestand aus zwei Gräben von ca. 250 bis 300 m mit Brustwehr.

Zielort: Forsthaus Heldenstein.

So findet man ihn: Vom Parkplatz am Forsthauses Heldenstein mit dem roten Kreuz nach Osten ca. 350 m.

Rundwanderung: Die Wanderung mit den meisten Rittersteinen auf engsten Raum beginnt am großen Parkplatz beim Forsthaus Heldenstein. Mit dem roten Kreuz gehen wir nach Osten und beginnen den Aufstieg auf das Schänzel (Steigerkopf). Schon nach wenigen Metern steht mitten am Weg bergauf der Ritterstein Nr. 66 "Verhau vor Schanze I". Nach knapp 400 m erreichen wir am gleichen Wanderweg den Ritterstein Nr. 62 "Hauptschanze I". Der nächste Ritterstein ist wieder etwa 400 m weiter, allerdings etwas abseits vom roten Kreuz. 100 m vor dem endgültigen Aufstieg zum Gipfel und Schänzelturm geht vor einer Waldabteilung mit dichtem Nadelwald ein Weg nach rechts. Hier ist nach etwa 60 m links am Waldrand die "Stelle um welche General von Pfau am 13. Juli 1794 fiel". So lautet die Inschrift auf dem Ritterstein Nr. 68. Wir gehen wieder zum roten Kreuz und mit diesem nach rechts weiter bis zum Eintreffen des blau-gelben Strichs, mit dem wir zum Turm kommen. Vom Turm aus weiter mit der Markierung blau-gelb nach Süden ist mitten am Weg nach etwa 600 Meter der Ritterstein Nr. 64 a, der mit dem Titel "Zur Schanze III" auf den nächsten Ritterstein weist und uns erinnert, daß dieser Stein erst nach der Beschreibung durch Eitelmann erfaßt wurde. Um zum Ritterstein Nr. 64 "Schanze III" zukommen, gehen wir ca. 50 m nach rechts. Nach dem Abstecher gehen wir die Markierung weiter und sind nach 300 m abwärts am Benderplatz, dem Originalgrabstein des Edenkobener PWV-Gründers, und damit am Ritterstein Nr. 241. Der ruhige Waldplatz mit Schutzhütte und Sitzgruppen eignet sich hervorragend für die Pause nach allerdings nur kurzer Wandertätigkeit. Wir verlassen jetzt die Hauptmarkierung und gehen mit der örtlichen 4 und 5 nach Norden zur Lolosruhe. Den großen Platz mit Parkmöglichkeit erreichen wir nach 1,2 km auf fast ebenem Weg. Hier steht auf der südlichen Straßenseite der Ritterstein Nr. 238 "Fünf Steine". Leider gibt es jetzt nur die Schänzelstraße um nach Westen in Richtung zum Forsthaus zu den beiden nächsten Rittersteinen Nr. 65 "Schanze 4" und Nr. 67 "Verhau unter Schanze IV" zu kommen. Der Gesamtweg auf der Straße bis zum Forsthaus sind 1,6 km. Um alle Schanzen zu sehen muß man einen Abstecher zum Ritterstein Nr. 63 "Schanze II" machen. Wir müssen mit dem roten Kreuz nochmals in Richtung Schänzel aufbrechen, aber mit den Markierungen 2 und 3 unterhalb der Hauptschanze I und unterhalb der Denkmäler den Waldweg nach rechts gehen. Nach 500 m ist links am Hang Ritterstein Nr. 63.

Weglänge: 7 km, Rittersteine Nr. 66, 62, 68, 64a, 64, 241, 238, 65, 67, 63.




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